Sagen, Erzählungen und Geschichten die unseren Ort betreffen.

Aus dem Mohlsdorfer Sagen- und Geschichtenbuch (Herausgeber: Heimat- und Geschichtsverein Mohlsdorf 2002)

Unsere Schule in Mohlsdorf im Wandel der Zeit


 
Oft hört man die Leute sagen:
"Wie mußten wir uns früher plagen!"
Früher, was war das für eine Zeit
liegt sie in der Vergangenheit?
 
Wenn das Wort "früher" oder anno-dazumal fällt,
versetzt sich jeder in eine andere Welt.
Wie soll man sagen, wie soll man's nennen?
Man muß sich auch zur Zeit bekennen.
 
Doch die Zeit ist nicht verschwunden,
noch heute hat jeder Tag 24 Stunden.
Die gleichen Monate hat ein Jahr
genauso wie es früher und anno-dazumal war.
 
Des Rätsels Lösung ist der Trick,
es ist die Beherrschung der neuen Technik.
Die Menschheit und die Wissenschaft
sind heute vereint in der neuen technischen Kraft.
 
Es gibt ja der Beweise viel.
Jeder steckt sich ein hohes Ziel.
Sogar der Start zum Mond
hat sich gelohnt.
 
Auch unseren Ort prägen kleine Geschichten
darüber läst sich so manches berichten.
Nun wollen wir die Gedanken lenken
und an die Jahre rückwärts denken.
 
Ein kleines Dorf mit Wald umgeben,
darin herrscht ein frohes Leben.
"Mohlsdorf - Herrmannsgrün" so war es richtig,
denn der Name, der ist wichtig.
 
Ein Ort mit zwei Namen, war allen bekannt.
Später wurde er nur Mohlsdorf genannt.
Bloß bei Urkunden ist es so geblieben
da steht noch "Herrmannsgrün" geschrieben.
 
Alle lebten still und friedlich,
wie es ist auf einem Dorf so üblich.
Jeder liebte die Gemütlichkeit
und zu Späßen immer bereit.
 
Auch eine Schule konnte unser Dorf aufweisen,
damit war zwar nicht zu preisen
oben Holz und unten Lehm,
es war gar nicht angenehm!
 
Nicht angenehm- wieso - warum?
In der Pause sprangen die Schüler auf dem Friedhof rum.
Der Zugang war sehr steil und steinig
und im Winter auch gefährlich.
 
Es war auch kein großes Haus,
aber eines bekannten Heimatdichters Geburtshaus.
Gotthold Roth, so hieß der Mann,
noch heute ist eine Gedenktafel dran.
 
Eine Schule mit nur einem Raum.
Das war wohl zu glauben kaum.
Doch, man sah es später ein,
es mußte eine größere sein.
 
Noch vor 1900 wurde eine neue Schule erbaut!
Alle haben sie mit Stolz angeschaut!
Die Ziegel waren glatt und rot
und jedem einen schönen Anblick bot.
 
Ein großes Haus, es tat sich lohnen.
Es mußten aber auch die Lehrer mit drin wohnen.
Später wurde dann so verhandelt
und die Wohnräume zu Klassenzimmer umgewandelt.
 
Sechs Räume waren nun vorhanden,
die für den Unterricht zur Verfügung standen.
Alles war recht gut bedacht,
es wurde unterrichtet von der Klasse "Eins - Acht"
 
Der Schulrat kam zum Kontrollieren.
Heute heißt das hospitieren.
Gute Schüler wurden ausgewählt
das 1 x 1 dann aufgezählt.
 
Vorwärts - rückwärts in klein und groß.
Alles klappte ganz famos!
Der Lehrer lächelte, der Schulrat war zufrieden
und konnte sich wieder verabschieden.
 
Damals war es nun so Mode.
Heute herrscht eine ganz andere Methode.
10 Klassen absolvieren ist jetzt Pflicht,
und umgestellt ist der gesamte Unterricht.
 
Mit dem Wandel der Zeit
bekam auch unser Dorf ein neues Kleid.
Viele wollten schöner wohnen
und im eignen Häuschen thronen.
 
Um schöne Bauplätze zu erreichen,
mußten große Gärten und Bäume weichen.
Ein Baumeister war dann gleich zur Stell',
und die Häuser entstanden schnell.
 
Die Jahre flossen nun dahin.
jeder lebte so nach seinem Sinn.
Doch bald kamen schlechte Zeiten und Wirtschaftskrisen.
Daß alles mußten wir "genießen"
 
Noch hatte sich dazu gestellt
ein schlimmer Krieg der gesamten Welt.
Er wütete im ganzen Land.
Der "Zweiteweltkrieg" wurde er benannt.
 
Auch von unserem kleinen Ort,
mußten junge Männer fort.
Überall war Traurigkeit
und viel großes Herzeleid.
 
Die Zimmer brachte niemand mehr warm.
Des Nachts gab es oft Fliegeralarm.
Alle mußten im Keller bleiben.
Die Angst - sie läßt sich nicht beschreiben!
 
Man hoffte auf des Krieges Ende,
daß sich alles recht bald wende!
Doch, nun kurz vor Krieges - Schluß
erbebte Mohlsdorf unter einem fürchterlichen Bombenbeschuß.
 
Es war ein Dröhnen und ein Beben!
Jeder bangte um sein Leben.
Rund 360 Bomben wurden geschmissen.
Häuser zerstört Straßen aufgerissen.
 
Schnell mußte man sich um die Menschen kümmern,
die da lagen unter den Trümmern.
Ein großer Schrecken und bittere Not,
13 Bürger fanden dabei den Tod.
 
Man konnte nicht alles übersehen,
was in so wenigen Minuten war geschehen.
Doch eins, das sah man gleich- oh Schreck!
Die neue Schule - sie war weg!
 
Nun zu all diesen Problemen,
mußte Mohlsdorf auch Evakuierte aufnehmen.
Diese brauchten eine neue Heimat.
Eine harte Aufgabe für den Gemeinderat.
 
Es wurde verhandelt hin und her
wo ein leerer Raum zu finden wär.
Doch, das wurde auch gemeistert,
wenn auch nicht alle waren begeistert.
 
Der Krieg war aus, noch gab es schlechte Zeiten.
Alle mußten Hunger leiden!
Auf Marken gab es Zuteilung
für Nahrungsmittel und für Kleidung.
 
Der Dorfteich wurde verkleinert und etwas Land gewonnen.
So hat man sich gleich besonnen
wo heute die kleine Parkanlage steht
wurde damals Gemüse und Getreide gesät.
 
Einige Zwangsarbeiter waren geblieben im Ort.
Diese konnten nun nicht fort.
Am Bahnhof sind Baracken entstanden,
wo die Fremden Unterkunft fanden.
 
Ein großes Problem war nun noch zu lösen.
Es fehlte an Unterrichtsräumen für Rechnen, Schreiben und Lesen.
Nun zum großen Glück
war dafür noch ein Raum im Gasthaus "Zur Mück"
 
Im "Reußischen Hof" war es auch noch möglich,
allerdings war alles recht beschwerlich.
In den Pausen mußten die Schüler wandern
von dem einen Gasthaus zum andern.
 
Nach Jahren wurde dies alles rekonstruiert
und die Situation fotografiert.
Der Gedanke war nicht dumm
und bleibt ein Beweis für das damalige Provisorium.
 
Ein neues Schulgebäude, es war nicht leicht.
Beim Kreisbauamt wurde der Antrag eingereicht.
Es gab keine Genehmigung,
und wieder hielt der Gemeinderat darüber Sitzung.
 
Der Bauplatz war schon ausgewählt.
Es war damals ein großes Getreidefeld.
Die Lage nun besonders schön,
im Traum sah man die neue Schule schon stehn.
 
Der Gemeinderat hat sich bemüht und telefoniert.
bis endlich der Bau war projektiert.
Der Traum - es wurde Wirklichkeit
und 1952 das neue Gebäude eingeweiht.
 
Die Handwerker arbeiteten mit viel Geschick.
Man sah es bei dem ersten Blick.
Alle Türen wurden bunt verziert
und mit Blumenbilder dekoriert.
 
Nun, was braucht's des Lobes viel?
Die Schule steht erreicht war des Ziel.
Der Hausmeister und das Kollegium
änderten noch so manches um.
 
Z.B. die Fachkabinette - eine Erleichterung
der Arbeit für Bildung und Erziehung.
Und mit vereinter Kraft,
wurde ein erstklassiger Werkraum noch geschafft.
 
Auch die Schulküche dürfen wir nicht vergessen.
Die Schüler erhalten täglich ihr Mittagessen.
Sehr schmackhaft zubereitet werden die Speisen.
Dies können alle Teilnehmer beweisen!
 
Nun ist unser Bestreben,
wir wollen froh und glücklich leben !

 
So ist nun der Weltenlauf
wo fängt er an - wo hört er auf?
Das Rad. der Zeit sich immer dreht
und niemals - niemals stille steht!

von Irmgard Müller 1980 geschrieben