Sagen, Erzählungen und Geschichten die unseren Ort betreffen.

Aus dem Mohlsdorfer Sagen- und Geschichtenbuch (Herausgeber: Heimat- und Geschichtsverein Mohlsdorf 2002)

Frühlingserscheinungen

Wenn sich des Winters Daunenkleid
entschleiert durch der Sonne Strahlen,
hält sich der Frühling schon bereit,
ein neues Kleid zu malen.
 
Mit wunderbarer Meisterschaft
und Farben grell und zart,
wird uns mit aller Leidenschaft
des Frühlings Traumbild offenbart.
 
Er weckt das Leben der Natur
mit zauberhafter Kraft
und kräucht und fläucht erlöst hervor
aus finst´rer, kalter Haft.
 
Doch scheint des Frühlings Meisterstück
wohl unbestritten zu sein:
Der Liebeswonne höchstes Glück,
er flößt es allen ein.
 
Erfaßt vom Hauch der Seligkeit
sind Käferchen und Maus.
Umströmt dringt´s ein zur Frühlingszeit,
in jedes Menschen Haus.
 
Vom süßen Gift aus Amors Pfeil
betäubt und wie besessen,
da halten sich die Mädchen feil,
weil sie die Wirklichkeit vergessen.
 
Doch wenn im Mai man hat geträumt,
dann kommt im Januar zu Tage,
mit Röslein rot, fein eingesäumt
und zappelnd auf die Waage.
 
Drum, wenn des Frühlings Lüsternheit
sich zeigt mit List und Raffinessen,
sag ich mit aller Dringlichkeit:
Verhüterlie nicht vergessen!

Heinz Jungk