Sagen, Erzählungen und Geschichten die unseren Ort betreffen.

Aus dem Mohlsdorfer Sagen- und Geschichtenbuch (Herausgeber: Heimat- und Geschichtsverein Mohlsdorf 2002)

Sitten und Bräuche Hupfen

Was gab es zur Sommerzeit alles für herrliche Spiele. Es gab das sogenannte "Hupfen", wobei sechs Felder auf die Straße aufgezeichnet wurden; das letzte Feld als sechstes war am größten; dort konnte man sich "ausruhen", die anderen "Mithupfer" waren ungefähr schrittweite entfernt. Man nahm eine kleine Steinplatte und warf sie in das erste Feld; dann mußte man mit einem Bein in das erste Feld hupfen; so ging es weiter bis zum sechsten Feld. Man durfte auf keinen Fall auf einen Strich hupfen. Passierte dies trotzdem einmal, wurde man "ausgelassen". Die Hupfübungen wurden immer schwieriger. Zum Beispiel mußte man die kleine Steinplatte auf einen Fuß legen und damit bis zum sechsten Feld hupfen. Verlor man dabei die Platte, mußte man zurück und aussetzen. Und so ging es weiter.
 
 
 
Paradieshüpfen, Himmel und Hölle, Himmelhupf
 
Geschichtliches:
In der Zeit der alten Götter spielten unsere Vorfahren das Paradieshüpfen als Kultische Übung. Erst als das Christentum die Vorherrschaft übernahm, wurde dieses heidnische Brauchtum abgelegt. Im 18. und 19. Jahrhundert spielten die Kinder dieses uralte Hüpfspiel besonders gern. Noch um 1950 waren auf den Straßen und Plätzen die Kinder auf ihren aufgezeichneten Kästchen anzutreffen. Die Felder wurden mit sogenannte Kreidesteinen auf das Pflaster oder die Asphaltdecke der Straße aufgezeichnet. Die Kreidesteine suchten die Kinder meist im Bach. Es waren durch das Wasser flachgeschliffene weiche Steine.
 
 
 
Das Spiel:

Von diesem Spiel gibt es vielfältige und unterschiedliche Spielarten. Das bei uns wohl üblichste ist in der dargestellten Form zu finden.
Die Spielweise beginnt ganz einfach mit dem Durchhüpfen der einzelnen Felder in der Reihenfolge der Tage, wobei man am Sonntag ausruhen durfte. Die Linien durften nicht mit dem Fuß berührt werden. Wenn dies geschah, mußte der Spieler aussetzen und ein anderer Spieler durfte hüpfen.
Schwieriger wurde es, wenn mit flachen Steinen gespielt wurde. Mit Zählreimen oder Losen wurde die Reihenfolge der Spieler festgelegt. Der erste Spieler wirft den Stein in das erste Feld. Dabei darf der Stein keine der Linien berühren. Nun hüpft er auf einem Bein über das Feld mit dem Stein und dann weiter in jedes weitere Feld, wobei er sich im Sonntagsfeld ausruhen kann, das heißt, er kann beide Beine aufsetzen. Beim Rück-wärtshüpfen muß er den Stein auf den Fuß legen und über das Feld Montag die Kästchen verlassen. Hat er keine Fehler gemacht, spielt er weiter, indem er den Stein in das Dienstagsfeld wirft.

Er hüpft in das Montagsfeld, überspringt das Dienstagsfeld mit dem Stein und hüpft weiter und wieder zurück, wobei er dann den Stein aufnimmt und ihn auf dem Fuß balanciert. So werden nacheinander alle Felder, außer das Sonntagsfeld, mit den Steinchen beworfen und nacheinander abgehüpft. Bei Fehlern scheidet der Spieler aus und der nächste beginnt.
 
 
 
Fehler:
Wenn mit Stein oder Fuß eine Linie berührt wird.
Wenn ein Stein in das falsche Feld geworfen oder außerhalb des Spielfeldes fällt.
Wenn ein Spieler mit beiden Füßen in einem Spielfeld steht, außer das Sonntagsfeld.

Aufgeschrieben von Gerd Richter - Quelle: Erika Knüpfer