Sagen, Erzählungen und Geschichten die unseren Ort betreffen.

Aus dem Mohlsdorfer Sagen- und Geschichtenbuch (Herausgeber: Heimat- und Geschichtsverein Mohlsdorf 2002)

Der flüchtige Knecht


      An einem April-Sonntag im Jahre 1890 ließ ein Herrmannsgrüner Bauer seinen Knecht einen Kutschwagen, welcher blau gestrichen und gelb abgesetzt war und einen gelben Korb hatte, anschirren.
Der Knecht holte die braune Stute aus dem Stall, legte ihr das Zaumzeug an und spannte sie vor den Wagen.
 
      Nun schickte er sich an, für seine Herrschaft vom in Mohlsdorf gelegenen Bahnhof Verwandte, die mit dem Zug der Greiz-Brunner Eisenbahn ankommen sollten, abzuholen. Auf dem Weg zum entfernten Bahnhof muss dem Knecht so allerlei durch den Kopf gegangen sein und er war anscheinend mit seiner Anstellung sehr unzufrieden. So entschloss er sich, nicht die Straße zum Bahnhof hinauf zu fahren, sondern der Knecht suchte mit Ross und Wagen das Weite. Er kam jedenfalls nicht mehr zu seinem Herrn zurück.
 
Was aus der abzuholenden Verwandtschaft des Bauern wurde, ist aus dem Artikel der Greizer Zeitung vom 3. April 1890 nicht zu entnehmen.

Gerd Richter