Sagen, Erzählungen und Geschichten die unseren Ort betreffen.

Aus dem Mohlsdorfer Sagen- und Geschichtenbuch (Herausgeber: Heimat- und Geschichtsverein Mohlsdorf 2002)

Die Mäher vom Restlingsbaum


      Zu Zeiten als Waldflächen rund um die vogtländischen Dörfer gerodet wurden, um Ackerflächen zu gewinnen, geschah das auch von Kahmer aus nach Mohlsdorf hinab. Aus irgend einem Grund ließ man dabei einen Baum stehen. Ringsherum rodete man das Land und machte es urbar. Nun stand dieser Baum mitten auf der Wiese und wurde Restlingsbaum genannt. Es war ein Apfelbaum mit kleinen, roten Früchten, die man als Restlingsäpfel bezeichnete. Es wurde erzählt, wenn dieser Baum abgesägt würde, brennt es in Kahmer. Eines Tages wurde er jedoch abgesägt, weil er morsch geworden war. Aus dem verbliebenen Stumpf schlugen aber wieder neue Triebe und sind inzwischen zu einem hohen Strauch gewachsen, dazu gesellten sich Vogelbeere und Holunder.
      Der Busch wurde sogar verschont, als in den 70er Jahren fast alle Hecken und Einzelbäume an Feld- und Wiesenrändern durch die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft entfernt wurden. Ob die Sage zu belegen ist, darüber lässt sich streiten. In Kahmer sind jedenfalls in geringer Zeit drei größere Brände bekannt geworden. 1890 brannte des Schmiedemeisters Dahnert Scheune durch Blitzschlag. Dann brannte zweimal der Stall des Bauerngutes ab, auf dessen Grund und Boden der sogenannte Restlingsbaum steht.
      Die Sage ist von älteren Einwohnern überliefert, diese wissen es vom Schmiedemeister Frank Dahnert, der als Kind in der Nähe des Restlingsbaumes Kühe hütete und sich eine Gerte abbrechen wollte. Der Bauer sah das und sprach, wenn er das tut, geschähe ein Unglück in Kahmer.
      Jedenfalls ist es am Restlingsbaum sehr romantisch, und so mancher Rehbock wurde dort erlegt und so manches Liebespärchen hat sich dort getroffen.

Aufgeschrieben von Mathias Kuhn im März 2002