Sagen, Erzählungen und Geschichten die unseren Ort betreffen.

Aus dem Mohlsdorfer Sagen- und Geschichtenbuch (Herausgeber: Heimat- und Geschichtsverein Mohlsdorf 2002)

Nur ein Pfennig


      Graumännchen nehmen es zuweilen übel, wenn ihrer Schatzweisung nicht Folge geleistet wird. Dann rächen sie sich an den Menschen mit allerlei Schabernack und Irreführung.
      Das erfuhr ein Mann aus Herrmannsgrün, dem dreimal zur Mitternachtsstunde ein Graumännel vor seinem Bett erschien und anbot, ihm in Steinbühl einen Schatz zu zeigen. Dem Herrmannsgrüner graute aber vor dem Männel, und er folgte ihm nicht.
      Beim dritten Mal warf es beim Fortgehen zornig die Tür hinter sich zu, daß die Wände wackelten. Nun trieb den Mann aber doch die Neugier hinaus zum Steinbühl.
      Da fand sich zu seiner Enttäuschung in einer kleinen Grube eine alte Urne und darin nur ein abgegriffener, verschimmelter Kupferpfennig. Das war der Rest des Schatzes, den er hatte heben sollen. Seine Zaghaftigkeit hatte sich nicht gelohnt.

Anmerkung:
Mit dem Steinbühl dürfte der im früheren Herrmannsgrüner Forstrevier Abt. 73/74 gelegene Steinhübel gemeint sein. Er liegt nordwestlich vom Mohlsdorfer Ortsteil Herrmannsgrün, halbwegs links der Straße Schlötenmühle Neumühle.