Sagen, Erzählungen und Geschichten die unseren Ort betreffen.

Aus dem Mohlsdorfer Sagen- und Geschichtenbuch (Herausgeber: Heimat- und Geschichtsverein Mohlsdorf 2002)

Die Galgenfichte


      Zwischen Waldhaus im Greizer Wald und dem Bildhaus liegt die Sandwiese. Dort standen vor langer Zeit die Sandfichten. Das waren uralte, riesenstarke Bäume, so stark, dass sie zwei Männer kaum umklaftern konnten. Ein Frühjahrssturm hat einmal in einer einzigen Nacht die meisten dieser Riesenbäume entwurzelt.
      Eine der alten Fichten hieß die Galgenfichte. Im Dreißigjährigen Krieg soll ein schwedischer General an diesem Baum ein halbes Dutzend meuternde Soldaten hat aufhängen lassen. Auch sonst erzählen sich die Leute viel unheimliche Geschichten von diesem Ort, Pilzsucher und Beerensammler verirrten sich dort am hellichten Tag und liefen stundenlang in der Irre umher. Die Wilde Jagd zieht in stürmischen Herbstnächten hier vorbei, und viele Leute, die des Nachts unterwegs waren, haben das wütende Gekläff der Hunde und das Ho-he!-Geschrei des Wilden Jägers und seiner höllischen Begleiter vernommen. Auch ein riesiger Mann mit feurig blickenden Augen versperrte oft nachts dem einsamen Wanderer den Weg, ängstigte und schreckte ihn.
Hier bei den Sandfichten schlichen die Leute still und scheu vorüber.
      Manchem standen die Haare zu Berge, und er hat dem Himmel gedankt, wenn ihm nichts zugestoßen war.

Nach Ernst Lotter